Die zehnte Woche - So energiegeladen war ich lange nicht mehr
Meinen regenerativen Lauf vom Sonntag wollte ich am Montag nachholen. Dummerweise konnte ich am Vormittag nicht trainineren, da ich einen Termin zur FSME-Impfung hatte (jaja, ätschi-bätsch, ich weiß wo es noch Impfstoff gibt!). Meine insgesamt zweistündige Pilgerfahrt mit dem Rad zur Arztpraxis in den vorderen Schwarzwald zählte ich nicht als Training. Ich will den Marathon ja auch laufen und nicht fahren. Entsprechend kam ich erst abends los, als Jan die Kids übernehmen konnte. Dummerweise hatten die Wolken bereits viel Zeit gehabt, sich ordentlich aufzutürmen und so kam was kommen musste, nämlich ein kurzes Gewitter und ein ausdauernder Schüttregen. Ich weiß nicht, wie oft ich noch unter ausgekippten Wolken hindurchrennen muss, um da Gefallen dran zu finden; mir ist die Hitze und wenn's sein muss auch Schwüle ernsthaft lieber. Vielleicht sollte ich einen Merapi-Marathon in Indonesien etablieren.
Das Krafttraining in der Woche war irgendwie härter als sonst - vielleicht hätte ich zu Beginn beim Lauf-ABC auch nicht volle Leistung geben sollen. Nichtsdestotrotz ging es beim anschließenden Laufen im Tempo 6'09" erstaunlich gut.
Für Samstag war der erste 25km-Lauf geplant. Da zur gleichen Zeit ein Betriebsausflug anstand, verlegte ich den Lauf einen Tag vor und war froh, als sich Sibylle mir anschloss. Ich klügelte eine Strecke aus, die uns über 25 km vom Mühlburger Tor zum Pfinzentlastungskanal bringen sollte. Da ich zwar meinen Trinkgürtel aber nicht die dazugehörigen Trinkfläschchen fand, legte ich kurzerhand noch eine Schleife über den Trinkwasserbrunnen am Wasserwerk ein. Wir haben es gut geschafft. Nur mein Kopf wollte die letzten drei Kilometer nicht mehr. Die regenerative Einheit zum Wochenabschluss fand wieder auf dem Laufband statt. Dem schloss sich ein leicht überproportioniertes Krafttraining an, da Susanne und ich unsere Trainingspläne mischten und dann fast doppelt soviel traininerten.
In dieser Woche lief ich 52 km.
Die elfte Woche - Motivation ist (k)ein Thema
Am Montag hatte ich überhaupt keine Lust zu laufen. Tagsüber kam ich nicht dazu und am Abend stand noch sehr viel an, ehe ich mir überhaupt die Laufschuhe schnüren konnte. Kaum losgelaufen entwickelte sich jedoch die Idee in mir, mal wieder einen Kilometer lang richtig Gas zu geben. Gedacht, getan: mit 4'24" war ich zwar ein Bissel schneller als beim letzten Versuch aber ob ich damit meinem Ziel, 10 km in 50 Minuten zu laufen, näher gekommen bin, wage ich zu bezweifeln.
Am Mittwoch gab's neben Krafttraining im Freien und dem normalen Lauf, bei dem sich meine bis dahin treue Pulsuhr von mir verabschiedetete, noch eine Informationsverantaltung zum Thema Motivation. Passt ja zum Montag.
Entsprechend motiviert war der Rest der Woche eher lässig, es stand aber auch zumindest laufmäßig nix Besonderes an. Meine Uhr fiel am Donnerstag noch auseinander (soll heißen, eine Taste fiel in mehreren Einzelteilen ab) und nun wurde sie über den Laufshop eingeschickt. Ihre Reparatur kann Wochen dauern und ich fühle mich irgendwie nackt (und einsam) ohne sie. Komm bald wieder, liebe Uhr!
Als wir am Samstag bereits nach 15 km wieder in Richtung Ziel liefen, herrschte in der Gruppe Verwirrung. Ich hatte mit einer Getränkestelle aber doch nicht mit dem Ende gerechnet! Agnes machte kurzen Prozess und rannte mit uns noch eine kleine Extrarunde. So hat sich das Schuhe zubinden dann doch noch gelohnt.
Sonntag habe ich geschwänzt, weil mal wieder ein Kindergeburtstag anstand. Laufen wäre mit Sicherheit stressärmer gewesen.
Die zwölfte Woche - Und täglich grüßt das Murmeltier: der dritte grippale Infekt
Am Montag verlängerte ich den planmäßigen Lauf um die ausgefallene regenerative Einheit und kam so auf relativ flotte 17 km im Schnitt 6'09". Leider hatte es schon vor dem Loslaufen im Hals gekratzt und trotz sofortigen Einwerfens immunstabilisierender Mittelchen haute es mich am Dienstag um. Gegen Abend war ich völlig platt mit den üblichen Anzeichen eines grippalen Infekts. Entsprechend war am Mittwoch weder Laufen noch Krafttraining angesagt. Das Gleiche galt auch für Donnerstag und Freitag und am Samstag war ich froh, dass nur 15 km, wenn auch mit kurzen Auflockerungen (Synonym für: "du wirst dich dem Tod mal wieder ein Stückchen näher fühlen") auf dem Plan standen. In Wahrheit wurde es nicht so schlimm wie angenommen. Wir liefen uns sehr langsam ein, worauf vier Einheiten zu je 1'30" im geplanten Renntempo für den 10-km-Lauf nächste Woche folgten. Was soll ich sagen: klar kann ich mal 'ne Minute Gas geben aber wenn ich mir überlege, dieses Tempo 50 Minuten lang durchhalten zu sollen (, denn das wäre meine Traumzeit über 10 km), dann schwindet mir die Hoffnung. Und ohne Uhr wird das bestimmt nicht einfacher.
Gegen Ende des Trainings war ich dann auch froh, das es vorbei war. Was meine Gesundheit anbelangt, gehe ich jedoch zuversichtlich in die nächste Woche.
Die dreizehnte Woche - Büchig, meine Gesundheit und ich
Meine Zuversicht von letzter Woche hielt genau einen Tag lang an, und das auch nur an einem Ruhetag. Dann kam die Erkältung zurück, und zwar hartnäckiger als je zuvor. Diesmal ging alles auf die Nebenhöhlen. Neben einer dauernasalen Sprechweise habe ich mal 'ne hohe Niesfrequenz, mal einen hohen Taschentuchverbrauch. Zwei Ärztinnen haben mir von meiner Teilnahme am 10-km-Lauf in Büchig bereits am Montag, bzw. Dienstag abgeraten. Ich bin genervt! Auf der einen Seite bedeutet das weniger Stress, zumal ich eine bisher nie dagewesene Zeit (50 Minuten) anstrebe (und seit Tagen ausrechne, wie ich das sinnvoll angehe), die ich mit höchstens 50% Wahrscheinlichkeit überhaupt schaffen kann (und je länger ich krank bleibe, desto geringer werden die Chancen). Andererseits werde ich nie erfahren, ob ich das kann, wenn ich's nicht versuche und dieses Ergebnis wäre echt der Hammer! (Ich glaube, das kann niemand auch nur eine Spur nachvollziehen, der nicht auch im Laufwahn ist).
Fakt ist: Dienstag, Mittwoch und Donnerstag ging gar nichts und der Frustfaktor ist hoch.
Am Freitag spätestens ist dann alles klar: Büchig kann ich mir abschminken. Schnell laufen ohne gesundheitliche Risiken einzugehen wird nicht drin sein und langsam laufen im Wettkampf ist auch nicht das Wahre. Zu allem Überfluss schlägt das Wetter am Samstag spontan auf Hitze um und die 36°C, die außerhalb der Wohnung auf mich lauern, machen es mir nun endgültig einfach: der 10-km-Lauf in Büchig wird dieses Jahr ohne mich stattfinden. Doch statt Frust zu schieben, mache ich mich am späten Abend allein auf den Weg und laufe - wenn auch nicht im Wettkampftempo - 12,7 km, die ersten nach sechs Tagen Trainingsabstinenz. Damit gehe ich mit 20,8 km minus ins Wochenende.
Die vierzehnte Woche - Den seinen gibt's der Herr im Schlaf?
Um der ungewohnten Hitzewelle weitgehend aus dem Weg zu gehen und dennoch ein paar Kilometer zu schrubben, führe ich einen langen Lauf am Montag Morgen durch. Am Mittwoch bin ich so gut drauf, dass ich gut elf Kilometer mit einem Schnitt von 5'55" zurücklege. Ich ahne, dass jetzt alles gut wird - bis ich am Samstag eiskalt verschlafe. Mein Mann rüttelt mich kurz vor meiner geplanten Abfahrtszeit aus meinen Träumen, doch die Aussicht auf die totale Hektik, um nun rechtzeitig zum Training zu kommen, ist unangenehmer als der Gedanke, 25 km allein zu laufen. Ich lasse also das gemeinsame Training sausen und besorge Brötchen und Kaffeestückchen für ein ausgedehntes gemeinsames Frühstück. Von dieser Entscheidung profitieren am meisten die Kinder, denn wir beginnen mit dem Aufbau unseres Spielturms im Garten.
Leider ist mein Vorhaben, die 25 km am Sonntag nach dem Frühstück zu laufen auch nicht von Erfolg gekrönt: nach zweieinhalb Kilometern wird mir flau im Magen und schwindlig im Hirn und erneut gehe ich mit einem Minus aus der Woche.
In diesem Monat fehlen mir mehr als 20 km zu meinem Soll.